Vorträge zur Geschichte des Minnesangs

Das Mittelalter ist eine fremde und dennoch für viele Schülerinnen und Schüler faszinierende Epoche. Historische Märkte, Ritterfilme, Musikgruppen mit unterschiedlichstem Ansatz bis hin zu Fantasy und Rollenspielen haben das Mittelalter in den letzten 30 Jahren populär gemacht. Die Beschäftigung mit dieser spannenden Zeit führt uns darüber hinaus zu den Wurzeln unserer heutigen Literatur, Musik und Sprache und fördert damit auch das Verständnis für spätere Dichtung und Kultur.

Minnesang war Vortragskunst. Text, Musik und der besondere Klang mittelalterlicher Instrumente ziehen auch heutige Zuhörer in ihren Bann. Die Schülerinnen und Schüler sollen Minnesang nicht als historischen Lernstoff, sondern als lebendige Bühnenkunst erleben.

Cosima Hoffmann und Hans Hegner sprechen die Übersetzungen in verteilten Rollen, begleiten die in mittelhochdeutscher Sprache gesungenen Lieder auf Drehleiern unterschiedlicher Bauart. Zu hören sind außerdem verschiedene Blasinstrumente aus Mittelalter und Renaissance: Dudelsäcke, Schalmeien und Krummhörner verschiedener Größen, Gemshörner, Blockflöten mit und ohne Windkapsel, Einhandflöte, sowie Handtrommeln und Brummtopf. Auch die Instrumentalmusik dieser Zeit wird vorgestellt. Bilder (u.a. aus der Manessischen Liederhandschrift) zu den Dichtern, dem ritterlichen Leben und zu den verwendeten Instrumenten werden in den Vortrag einbezogen.

Der kulturhistorische Hintergrund – gesellschaftliches Leben im Mittelalter, Tradition und Erneuerung in Musik und Dichtung, verschiedene Liebesideale und das Ideal der höfischen Ritterlichkeit, Bildung und schriftliche Überlieferung – wird zwischen den Liedern und Instrumentalstücken zusammenfassend erläutert. Neben dem Minnesang wird auch die politische Sangspruchdichtung am Beispiel Walthers von der Vogelweide behandelt. Zeitlich reicht der Bogen von der Kunst der Trobadors bis zu Oswald von Wolkenstein.

Die gesprochenen Übersetzungen der Lieder sind Teil der künstlerischen Darstellung. Der Vortrag kann daher sowohl die Behandlung des Stoffes im Unterricht ergänzen als auch einen in sich abgeschlossenen Exkurs ins Mittelalter darstellen. Textmaterial zur Geschichte des Minnesangs (fünf Lieder mit Übersetzungen) wird auf Wunsch als Kopiervorlage vorher zugesandt. Dieses kann im Unterricht zur Vorbereitung verwendet werden, ist aber nicht Voraussetzung für das Verständnis des Vortrags.

Die Aufführung dauert zwei Unterrichtsstunden (ca. 90 Min.), im Anschluss daran können alle Instrumente und Bilder aus der Nähe angesehen werden. Und natürlich dürfen auch viele Fragen gestellt werden.

Der Vortrag richtet sich in dieser Form vor allem an Deutschkurse der gymnasialen Oberstufe. Für Musikkurse wird der Schwerpunkt zusätzlich auf die Instrumente (z.B. Borduninstrumente), die Aufführungspraxis und die Notation (Entwicklung der Notenschrift) gelegt.

Die Kosten betragen in Berlin und Brandenburg pro Person 3,00 €, es sollte jedoch mindestens eine Teilnehmerzahl von 50 erreicht werden oder eine entsprechende Zuzahlung geben. Vorträge im übrigen Bundesgebiet sollten nach Möglichkeit mit anderen Auftrittsmöglichkeiten in der näheren Umgebung abgestimmt werden, um die Anfahrtskosten gering zu halten.

Unser Vortrag zur Geschichte des Minnesang kann selbstverständlich auch außerhalb des Schulrahmens als Veranstaltung der Volksbildung, in Museen und zu historischen Anlässen gebucht werden.